Wer in Österreich schon einmal eine Rechnung bei der Krankenkasse eingereicht hat, kennt das Kürzel GKK. Doch was genau verbarg sich hinter der Gebietskrankenkasse, und was bedeutet die Umstellung für Versicherte? Seit 2020 ist die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) die zentrale Anlaufstelle – mit einheitlichen Leistungen und digitalen Servicewegen. Dieser Artikel erklärt die Geschichte, die regionalen Standorte und vor allem, wie Sie heute Leistungen beantragen.

Bestehende Gebietskrankenkassen bis 2019: 9 ·
Nachfolgeorganisation: Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) ·
Gründungsjahr der ÖGK: 2020 ·
Versicherte in Österreich (gesetzlich): ca. 7,3 Millionen

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
3Zeitleisten-Signal
  • 1888: Einführung der Krankenversicherung in Österreich
  • 1945–2019: Betrieb der neun eigenständigen GKK
  • 1. Jänner 2020: Gründung der ÖGK
4Wie es weitergeht

Die folgende Tabelle fasst die Kernfakten zur Gebietskrankenkasse und ihrem Nachfolger zusammen – ein Muster, das zeigt, wie sich die Organisation von neun Ländertöpfen zu einer zentralen Kasse entwickelt hat.

Merkmal Wert
Offizielle Bezeichnung bis 2019 Gebietskrankenkasse (GKK)
Nachfolgeorganisation Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK)
Fusionsdatum 1. Jänner 2020
Anzahl ehemaliger GKK 9 (Burgenland, Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol, Vorarlberg, Wien)
Website der Nachfolgerin oegk.at

Was ist eine Gebietskrankenkasse?

Definition und Geschichte der GKK

  • Die Gebietskrankenkasse (GKK) war bis 2019 eine regionale Körperschaft des öffentlichen Rechts, die in Österreich die gesetzliche Krankenversicherung für die jeweiligen Bundesländer verwaltete (Wikipedia (etablierte Enzyklopädie)).
  • Ihre Aufgaben umfassten die Erbringung von Sachleistungen (Arztbesuche, Medikamente, Spitalspflege) und die Auszahlung von Geldleistungen wie Krankengeld (oesterreich.gv.at (amtliches Bürgerportal)).

Die neun regionalen Gebietskrankenkassen Österreichs

Bis zur Fusion im Jahr 2020 gab es neun eigenständige GKK – eine pro Bundesland. Jede hatte eigene Beitragssätze, Satzungen und regionale Servicestellen. Die nachfolgende Übersicht verdeutlicht die Vielfalt der Standorte.

  • Burgenland, Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol, Vorarlberg, Wien
  • Jede GKK war für Versicherte mit Wohnsitz im jeweiligen Bundesland zuständig (Wikipedia (etablierte Enzyklopädie)).

Der Kern

Die neun GKK waren keine Filialen einer zentralen Kasse, sondern rechtlich selbstständige Einrichtungen. Das bedeutete: Ein Versicherter aus Steiermark konnte seine Rechnung nicht einfach in Wien einreichen – das änderte sich erst mit der ÖGK.

Fazit: Die GKK war ein regionales Modell der Krankenversicherung, das 2020 durch eine zentrale Kasse abgelöst wurde. Wer heute eine Rechnung einreicht, tut das immer bei der ÖGK – unabhängig vom Wohnort.

Gebietskrankenkasse Linz, Wien, Innsbruck und Steiermark: Standorte und Kontakt

Gebietskrankenkasse Linz – zuständig für Oberösterreich

  • Der zentrale Standort der ehemaligen GKK Oberösterreich in Linz ist heute eine ÖGK-Servicestelle (Österreichische Gesundheitskasse (offizieller Krankenversicherungsträger)).
  • Adresse: Gruberstraße 77, 4021 Linz (ÖGK Kundenservice Oberösterreich).
  • Öffnungszeiten: Mo–Fr 7:30–15:30, Do bis 17:30 (variieren regional).

Gebietskrankenkasse Wien – Kontakt und Öffnungszeiten

  • Die ehemalige GKK Wien firmiert jetzt als ÖGK-Landesstelle Wien (Österreichische Gesundheitskasse (offizieller Krankenversicherungsträger)).
  • Adresse: Guglgasse 60, 1110 Wien.
  • Telefon: 050 222-0 (ÖGK-Hotline für ganz Österreich).

Gebietskrankenkasse Innsbruck – Tiroler Standorte

Gebietskrankenkasse Steiermark – regionale Besonderheiten

  • Der Hauptstandort der ehemaligen GKK Steiermark in Graz ist heute ÖGK-Landesstelle Steiermark (Josef-Pock-Straße 1, 8055 Graz) (Dachverband der Sozialversicherung (SV-Kontaktdaten)).
  • In der Steiermark waren die Beitragssätze der GKK traditionell etwas höher als im Bundesschnitt; dieser Unterschied ist seit der Fusion entfallen.

Was das bedeutet

Die alten GKK-Standorte sind fast alle erhalten, laufen aber jetzt unter der Marke ÖGK. Für Versicherte ändert sich wenig – die gewohnten Anlaufstellen bleiben bestehen, nur die Zuständigkeiten sind vereinheitlicht.

Fazit: Wer früher zur GKK Linz, Wien, Innsbruck oder Graz gegangen ist, findet heute dieselben Servicestellen als ÖGK. Die Adressen sind gleich, die Servicezeiten meist auch.

Wie kann ich eine Rechnung bei der Gebietskrankenkasse einreichen?

Die Rechnungseinreichung bei der ÖGK ist heute über drei Wege möglich: digital, postalisch oder persönlich. Die folgende Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt die gängigste Methode – die Online-Einreichung über das Portal Meine ÖGK.

  1. Registrieren Sie sich auf Meine ÖGK (Online-Portal der ÖGK). Dazu benötigen Sie Ihre Sozialversicherungsnummer und ein elektronisches Ausweisdokument (Handysignatur oder ID Austria).
  2. Wählen Sie „Kostenerstattung“ oder „Rechnung einreichen“. Im Menü finden Sie die Option für Arzneimittel, Wahlarztbehandlungen oder Unterstützungen aus dem Unterstützungsfonds (ÖGK (Unterstützungsfonds-Richtlinie)).
  3. Laden Sie Ihre Rechnung hoch. Akzeptiert werden PDF, JPG und PNG. Achten Sie darauf, dass alle Pflichtfelder ausgefüllt sind (Datum, Betrag, Arzt/Institution).
  4. Prüfen Sie die Zusammenfassung und senden Sie den Antrag ab. Nach dem Absenden erhalten Sie eine Bestätigung per E-Mail oder im Portal.
  5. Die Erstattung erfolgt innerhalb weniger Werktage, sofern alle Unterlagen vollständig sind. Die genaue Dauer variiert je nach Region und Art der Leistung (ÖGK (Fristen Unterstützungsfonds)).

Papierrechnung per Post an die ÖGK

  • Alternativ können Sie das ausgefüllte Formular (erhältlich auf ÖGK (Leistungsübersicht)) samt Rechnungsoriginal per Post an Ihre zuständige ÖGK-Landesstelle senden.
  • Wichtig: Bei Anträgen auf Unterstützungsfonds müssen Sie alle Haushaltseinkommen offenlegen (ÖGK (Antragsunterlagen Unterstützungsfonds)).

Fristen und Erstattungsbeträge

  • Anträge auf Unterstützungsfonds sind maximal 24 Monate nach Inanspruchnahme möglich (ÖGK (Fristen Unterstützungsfonds)).
  • Kostenerstattungen für Wahlarztbehandlungen: 80 % des Tarifs, sofern die Rechnung innerhalb eines Jahres eingereicht wird.
Fazit: Die digitale Einreichung über Meine ÖGK ist der schnellste Weg. Versicherte sollten die 24‑Monatsfrist für den Unterstützungsfonds beachten – verpasste Fristen gehen zu Lasten des Patienten.

Was bedeutet die Abkürzung GKK und wer ist heute zuständig?

GKK steht für Gebietskrankenkasse

  • Das Kürzel GKK ist die Abkürzung für Gebietskrankenkasse (Wikipedia (etablierte Enzyklopädie)).
  • Im alltäglichen Sprachgebrauch wird GKK bis heute oft synonym für die österreichische Krankenversicherung verwendet – auch wenn es die GKK formal nicht mehr gibt.

Seit 2020: Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) als Nachfolger

  • Seit dem 1. Jänner 2020 ist die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) der alleinige gesetzliche Krankenversicherungsträger für alle Bundesländer (Österreichische Gesundheitskasse (offizieller Krankenversicherungsträger)).
  • Die ÖGK hat alle Verträge, Mitarbeiter und Servicestellen der neun GKK übernommen und die Leistungen bundesweit vereinheitlicht.

Achtung

Trotz der Umstellung verwenden viele Formulare und Arztpraxen noch das Kürzel GKK. Wenn Sie eine Rechnung „an die GKK“ schicken, wird sie dennoch von der ÖGK bearbeitet – die Adressen sind identisch.

Fazit: GKK steht für die alten regionalen Kassen, ÖGK für die heutige zentrale Kasse. Versicherte können beide Begriffe im Alltag weitgehend gleichsetzen.

Gebietskrankenkasse Österreich: Bundeseinheitliche Leistungen seit der Fusion

Welche Leistungen die ÖGK heute anbietet

  • Die ÖGK gewährt alle klassischen Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung: ärztliche Hilfe, Heilmittel, Spitalspflege, Krankengeld, Wochengeld, Rehabilitationsgeld und Wiedereingliederungsgeld (Meine ÖGK (Online-Portal der ÖGK)).
  • Darüber hinaus gibt es Unterstützungsfonds für besondere Härtefälle und Förderungen für Vorsorgeuntersuchungen.
  • Die Leistungen sind nun in ganz Österreich einheitlich – vor 2020 gab es regionale Unterschiede bei Beitragssätzen und Zuschüssen (ÖGK (Leistungsübersicht)).

Änderungen für Versicherte durch die Zusammenlegung

  • Positive Änderung: Versicherte können Leistungen österreichweit bei jeder ÖGK-Servicestelle beantragen – nicht mehr nur am Wohnort.
  • Negative Änderung: Die Beitragssätze wurden vereinheitlicht; in manchen Bundesländern (z. B. Steiermark) sanken sie, in anderen (Wien) stiegen sie.
  • Die Zusammenlegung brachte auch eine Digitalisierung der Prozesse – etwa die Einführung der Meine ÖGK App (Bundeskanzleramt (Familienportal)).
Fazit: Die Fusion von neun Kassen zu einer hat die Bürokratie reduziert und die Leistungen vereinheitlicht. Für Versicherte bedeutet das weniger Papierkram und mehr Flexibilität bei der Standortwahl.

Zeitleiste: Von der GKK zur ÖGK

  • – Einführung der Krankenversicherung in Österreich (Wikipedia (etablierte Enzyklopädie))
  • – Betrieb der neun eigenständigen Gebietskrankenkassen
  • – Beschluss zur Zusammenlegung der GKK
  • – Gründung der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) als zentrale Nachfolgerin (Österreichische Gesundheitskasse (offizieller Krankenversicherungsträger))
  • – ÖGK betreut bundesweit alle ehemaligen GKK-Versicherten

Der rote Faden

Die Zeitleiste zeigt: Die Idee einer regionalen Krankenkasse war über 130 Jahre lang Standard. Der Bruch kam 2018 – die Politik entschied sich für Effizienz statt Ländersache.

Fakten und offene Fragen

Bestätigte Fakten

  • GKK waren regionale Krankenkassen bis 2019 (Wikipedia (etablierte Enzyklopädie))
  • ÖGK ist seit 2020 die Nachfolgeorganisation (Österreichische Gesundheitskasse (offizieller Krankenversicherungsträger))
  • Rechnungseinreichung online und per Post möglich (ÖGK (Unterstützungsfonds-Richtlinie))

Was unklar ist

  • Exakte Bearbeitungszeit für Rechnungseinreichung variiert regional – die ÖGK gibt keine verbindliche Frist an (ÖGK (Fristen Unterstützungsfonds))
  • Ob alle ehemaligen GKK-Geschäftsstellen unverändert erhalten blieben, ist nicht abschließend dokumentiert – kleine Außenstellen könnten geschlossen worden sein

Stimmen zur Gebietskrankenkasse

„Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) ist die zuständige Krankenversicherung für viele Leistungsanträge und stellt dafür Online-Services, Kontakte und Informationen bereit.“

– Österreichische Gesundheitskasse (offizieller Krankenversicherungsträger)

„Die Gebietskrankenkassen waren bis 2019 eigenständige Körperschaften des öffentlichen Rechts auf Landesebene.“

– Wikipedia (etablierte Enzyklopädie)

„Der Antrag auf Kinderbetreuungsgeld kann online mit elektronischer Signatur über meinSV, über FinanzOnline oder über die Meine ÖGK-App gestellt werden.“

Bundeskanzleramt Österreich (Familienportal des Bundeskanzleramts)

„Bei der Selbstversicherung in der Krankenversicherung besteht der Anspruch auf ärztliche Hilfe, Heilmittel, Pflege in einem Spital und andere Sachleistungen grundsätzlich erst nach sechs Monaten Wartefrist.“

oesterreich.gv.at (amtliches Bürgerportal)

Für alle, die heute Leistungen bei der ÖGK beantragen, gilt: Die Umstellung von der GKK zur ÖGK ist abgeschlossen, aber die alten Adressen und Telefonnummern funktionieren weiter. Wer eine Rechnung einreicht, sollte die digitale Option nutzen – sie ist schneller und papierlos. Die ehemaligen regionalen Unterschiede sind Geschichte, die Servicequalität ist österreichweit gleich.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich als Selbstständiger noch zur GKK gehen?

Nein, die GKK existiert nicht mehr. Selbstständige wenden sich heute an die ÖGK oder – bei gewerblicher Selbstständigkeit – an die Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen (SVS).

Welche Unterlagen brauche ich, um eine Rechnung bei der ÖGK einzureichen?

Sie benötigen die Originalrechnung (oder ein PDF), Ihren Namen und Ihre Sozialversicherungsnummer. Bei Anträgen auf Unterstützungsfonds zusätzlich: Einkommensnachweise aller Haushaltsmitglieder (ÖGK (Antragsunterlagen)).

Sind die ÖGK Services in allen Bundesländern gleich?

Ja, seit der Fusion sind die Leistungen und Beitragssätze bundesweit einheitlich. Die Servicestellen unterscheiden sich nur in Öffnungszeiten (Österreichische Gesundheitskasse (offizieller Krankenversicherungsträger)).

Wie hoch ist der Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung in Österreich?

Der allgemeine Beitragssatz beträgt 7,65 % der Bruttobezüge (Arbeitnehmeranteil), der Dienstgeberanteil liegt bei weiteren 3,78 %. In Summe also 11,43 % (Dachverband der Sozialversicherung (SV-Beitragsinformation)).

Kann ich meine Versicherung bei der ÖGK online verwalten?

Ja, über das Portal Meine ÖGK können Sie Anträge stellen, Bestätigungen abrufen und Ihren Versicherungsverlauf einsehen.

Was passiert, wenn ich eine Rechnung zu spät einreiche?

Bei Kostenerstattungen gilt eine Jahresfrist, beim Unterstützungsfonds 24 Monate. Verspätete Anträge werden in der Regel abgelehnt (ÖGK (Fristen Unterstützungsfonds)).

Für Österreichs Versicherte ist der Weg klar: Die GKK ist Geschichte, die ÖGK bietet heute zentrale und digitale Services. Wer Rechnungen einreicht, sollte die Online-Plattform Meine ÖGK nutzen – sonst drohen Verzögerungen. Die Umstellung hat die Gesundheitsverwaltung effizienter gemacht, aber die persönliche Beratung in den Servicestellen bleibt erhalten. Für jeden, der mit der österreichischen Krankenversicherung zu tun hat, gilt: Achten Sie auf Fristen und nutzen Sie die digitalen Angebote – oder bleiben Sie beim vertrauten Postweg.

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Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel basiert auf offiziellen Quellen der ÖGK, des Bundeskanzleramts und des Dachverbands der Sozialversicherung. Die Informationen wurden im Mai 2025 geprüft, können sich aber jederzeit ändern.